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Reiseberichte

Antequera, Feria in Córdoba, Camino Mozárabe de Santiago

Mai 26, 2015 — by Juli Tributs0

Freitag, 22. Mai. 1. Tag:

Es ist faszinierend, wie schnell man in einer anderen Welt ist. Man landet nach drei Stunden Flug in Malaga, ißt schnell auf dem Mercado Central verschiedenes gegrilltes Meeresgetier und fährt los Richtung Córdoba nach Antequera. Das entpuppt sich als idyllische Kleinstadt mit großer Alcazaba (das sind maurischen Festungen). Nur wenige Schritte weiter treffen sich die Hausbewohner der umliegenden Häuschen zum letzten Plausch in der Abendsonne. Männer und Frauen mögen das immer noch lieber getrennt …

Männlein und Weiblein. Hombres y mujeres

Und das Licht in Andalusia … Die Sonne ist wirklich heller und wärmer als in Deutschland, vor allem abends nach 21 Uhr:

Antequera
Antequera, am Abend

Samstag, 23. Mai. 2.Tag:

Das ist für mich Spanien im Mai:

Córdoba
Arboles lilas in Cordoba

Los arboles lilas. Sie blühen überall im Mai in Spanien, also auch in Córdoba.

Es ist Samstag und wir fahren weiter nach Córdoba. Wir sind noch nicht zu Fuß unterwegs, der vorerst letzte Tag, an dem wir in einer Stadt zivilisiert, also nicht erschöpft eintreffen. Wir haben Glück: Es scheint die Sonne… Nein, wir haben Glück, es ist „Feria“ in Cordoba. Ein Fest, für das sich alle Cordobesas, die großen und die kleinen, in ihre vestidos de volantes werfen und auf dem sie Sevillana tanzen. Man fährt auch gerne mit Kutschen vor oder reitet gleich selber hin. Ein Traum für Touristen.

Cordobesas zur Feria in Cordoba
Große und kleine Cordobesas auf dem Weg zur Feria

Jetzt weiß ich auch, die mini Kinderabsatzschuhe, die es überall zu kaufen gibt, sind ernst gemeint…

Zapatas de Flamenca
Zapatas de Flamenca gibt es in jeder Größe

Sonntag, 24.Mai. 3. Tag:

Am Sonntag um 7 Uhr geht es dann endlich los, wir wandern unsere erste Etappe nach Villaharta! Lächerliche 20 km, wir beginnen in einem Vorort von Córdoba. Es fühlt sich gut an, tipptapp, hoch runter geradeaus. Wir treffen stolze andalusische Pferde, alle möglichen  Blumen blühen am Wegesrand. Wir schauen in die ewige Weite Andalusiens. Auf dem Weg ist kein Mensch weit und breit. Wir sind die einzigen Pilger! Das wird die ganze Woche bis Mérida so bleiben. Einzige Kontakte sind die zu den Dorfbewohnern und ganz wichtig, zu den Barbetreibern. Wir passieren ein Mini Straßendorf für die Mittagspause und es sind noch 10 km bis zum Ziel.

Wir laufen und laufen. Und plötzlich kommt der Moment, der mich immer wieder aufs neue begeistert: wir sehen unser Ziel, ein Dorf scheint durch die Bäume. Gleich sind wir da.

Camino Mozárabe de Santiago, Villaharta
Villaharta, meine erste Etappe ist zu Ende

Das Ankommen ist immer ein Ereignis, was erwartet uns? Wie sieht es aus im Dorf? Wer steht in der Bar? Wie schmeckt der café con hielo?

Die einzige Bar in Villaharta hat auch gleich für uns ein Zimmer. Und überhaupt trifft sich hier das Dorf zum Café oder Bier trinken, gemeinsam Fernsehen schauen, quatschen. Die Bar ist der Mittelpunkt des Lebens. Man geht gleich früh nach dem Aufstehen hin und mindestens  noch einmal vor dem Schlafengehen. Es sind meist die Männer, die allein kommen, selten sieht man Frauen allein. Die tauchen eher in Gruppe auf, es wird dann auch meist sehr laut. Ein wunderbarer Ort, um Kontakt aufzunehmen.

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