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Kunst

Louise Lawler’s „No Drones“ neu im Museum Brandhorst

Juni 12, 2015 — by Juli Tributs0

Es gibt eine neue Rauminstallation von Louise Lawler im Museum Brandhorst: – No Drones-

Die Arbeit ist fantastisch. Ein erster oder erneuter Besuch der Museumsräume lohnt sich allein wegen dieser beeindruckenden Arbeit.

No Drones Installation von Louise Lawler im Brandhorst Museum München
No Drones Installation von Louise Lawler im Brandhorst Museum München

Warum ist es toll?

Louise Lawler fotografiert bereits existierende Kunstwerke und setzt ihre Fotos dann in einen eigenen, neuen Kontext. Sie denkt die Ideen in den bestehenden Werken weiter und denkt sie aktuell. Durch eine neue andere Präsentation der Fotos schafft sie neue Kunst und, wie ich finde, bessere, interessantere Kunst.

Für No Drones hat sie zwei Gemälde von Gerhard Richter fotografiert, „Mustang-Staffel“ (ein Bild das viele kleine Kampfbomber zeigt) und „Schädel“. Konzeptionell interessante Nebeninformationen sind, dass sie die Fotos aufgenommen hat in der Geburtsstadt von Richter, als seine Arbeiten dort im Albertinum ausgestellt sind; Dresden wurde im 2. Weltkrieg extrem bombardiert und – samt Albertinum – massiv zerstört.

Vor dem Foto, welches hier als riesige Wandtapete verzerrt präsentiert wird, hängt eine silberne Diskokugel, die fast bis zum Boden reicht; sie ist Sinnbild für die durch Bomben verursachte Zerstörung. Alle zwanzig Minuten beginnt ein Lichtspiel im Raum. In diesem zielen rote und grüne Strahlen wie Laserwaffen oder Nachtsichtgeräte Punkte auf die Wände … Simultan geistern weiße Lichtpunkte durch den Raum, wie in der Disko, aber auch wie Blitzlichtgewitter; mit ihnen werden Medien und Berichterstattung versinnbildlicht.

Sie schafft durch diese Art der Präsentation ihrer Fotos von Richter’s Bildern einen ganz neuen Bezug, der über die Kriegskritik hinaus in aktuelle Medien- und Kulturkritik mündet.

Wem das nun alles zu theoretisch ist, der sei beruhigt: Man kann die Installation auch einfach nur anschauen und ohne jede weitere Erklärung gut finden. Die US-amerikanische Künstlerin Louise Lawler ist übrigens Jahrgang 1947 und ich bin beeindruckt, wie modern und zeitlos sie arbeitet. Kunst hält jung!

Das Foto in diesem Blog ist natürlich bei Weitem nicht so gut wie die Installation in echt und zeigt auch nur einen Teilausschnitt. Der Besuch ist daher ein Muss.

Danach gibt es dann keine Bomben- oder Diskokugeln, sondern Eiskugeln bei Balla Beni, direkt gegenüber vom Museum Brandhorst. Oder einen Kaffee im „Horst“, dem sehr ästhetischen Museums-Café. Allein schon die Namensgebung Horst verdient Lob.

 

 

 

 

 

 

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