main

Kunst

Lenbachhaus präsentiert Kunst nach 1945 neu: „So ein Ding muss ich auch haben“

Juni 23, 2015 — by Juli Tributs0

Wer denkt, die Sammlung zeitgenössischer Kunst (Kunst nach 1945 bis heute) im Lenbachhaus hat er schon gesehen und spart sich so die nächsten Jahre einen Besuch, der irrt! Man muss auch nicht mehr auf neue Ausstellungen im Kunstbau warten, nur um danach – zur Hebung der guten Laune -noch schnell zu den Objekten von Erwin Wurm ins Lenbachhaus rüber zu hüpfen. Nein, man kann einfach den seit Mai diesen Jahres neu konzipierten Bereich „Kunst nach 1945“ im 1. Stock besuchen. Und so schnell, wie die letzten zwei Jahre nach Wiedereröffnung des Lenbachhauses vergangen sind, vergehen auch die nächsten zwei Jahre bis zur angekündigten nächsten Neukonzeption. Sure.

Im Mittelpunkt der neuen Präsentation steht der Laden 1975-2015 von Hans-Peter Feldmann. Feldmann hat seit 1975 in seinem Laden in Düsseldorf tausende von kleinen, mal mehr mal weniger kitschigen Objekten gesammelt. Nun hat er seinen Laden in die Museumssammlung des Lenbachhauses überführt. Dort steht er nun und ist voll mit allerlei Krimskrams, angefangen von Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald über knall-bunte Nippes-Highheels, coole Autos im Miniformat bis zur quietsche-gelben Plastikente.

Mir persönlich reicht darauf ein kurzer Blick. Ich genieße die Räume, die der Münchner Urban Land Art gewidmet sind und neben den Werken von Hannsjörg Voth auch Arbeiten von Michael Heizer zeigen, die während seines Münchenaufenthalts in den siebziger Jahren entstanden sind.

Michael Heizer Munich Urban Land Art
Michael Heizer Munich Depression und Munich Optical Painting I

Die Ausstellung legt einen Schwerpunkt auf die Münchner Malereigeschichte von der Nachkriegszeit bis in die unmittelbare Gegenwart. Ein Raum zeigt ausschließlich Werke der Münchner Künstlergruppe SPUR. Besser gefallen mir die Arbeiten von Asger Jorn, einem dänischen Künstler, der etwa zur gleichen Zeit wie SPUR in München aktiv war.

Asger Jorn, Modification, Two Penguins, Lenbachhaus
Asger Jorn, Modification, Two Penguins

Asger Jorn und Jacqueline de Jong haben in ihrer Münchner Zeit auch den Film „So ein Ding muss ich auch haben“ (Regie: Albert Mertz) produziert. In dem schießt ein Kind immer wieder einen Ball vom Balkon auf die Straße, der dann von einem Mann, immer wieder hochgetragen wird. Endlosschleife wird hier gespielt. Das ist witzig. Der Film gibt der aktuellen Präsentation ihren Titel.

Es gibt eine schöne konzeptuelle Neuerwerbung von Andrea Büttner zu sehen, die einen ganzen Raum gestaltet hat.

Andreas Büttner im Lenbachhaus
Andreas Büttner, Brown Wall Painting

Ich mag auch die Malerei der Münchner Künstlerin Hedwig Eberly.

Hedwig Eberle im Lenbachhaus
Arbeiten von Hedwig Eberle

Und den Raum mit den Werken von Heinz Butz.

 

Es gibt natürlich noch viel mehr zu sehen. Und es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Auf dem Weg nach draußen, unten im Erdgeschoss, kommt man noch an einer Arbeit von Judith Hopf vorbei, sie hat dem Lenbachhaus ihre Schafe geschenkt.

Judith Hopf im Lenbachhaus
Judith Hopf, Untitled (Sheep), 2013

Also, zwei Jahre Zeit ins Lenbachhaus zu gehen. Schaut die neue Sammlungspräsentation. Es lohnt sich.

Leave a Reply