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Kunst

MaximiliansForum: Kühler Ort für Kunst im Untergrund von München

Juli 1, 2015 — by Juli Tributs0

Kunst im MaximiliansForum – Passage für interdisziplinäre Kunst

Es wird heiß die nächsten Tage in München. Perfekt für eine kurze Verschnaufpause im Münchner Untergrund. Es locken die gelben Schilder, die den Namen des städtischen Kunstraums für die angewandten Künste sowie für interdisziplinäre Kunst- und Kulturprojekte tragen:  MaximiliansForum.

Es geht an vier Abgängen runter, direkt unter die Maximilanstraße. Man betritt eine kühle und wunderbar im Design der 70er Jahre hellblau gekachelte Fußgängerpassage, die seit den 70ern der Kunst dient. Die Rolltreppen sind außer Funktion und wild von Pflanzen überwuchert. Das allein hat schon eine starke Ästhetik, die in gutem Kontrast zur sonst modern durchgestylten Fassadenwelt der großen Marken in der Maximilianstraße steht.

MaximiliansForum, städtischer Kunstraum
Untergründiges MaximiliansForum in München

Nun gibt es dazu aber auch noch zwei sehr sehenswerte Projekte zu sehen.

Noch bis zum 26. Juli 2015 läuft hier die Zweikanal-Videoanimation „The very moment“ der Künstlerin Veronika Veit. Die Installation passt perfekt in den Raum. Das Video zeigt eine Szenerie, in der sich die Zeit ineinander faltet. Eine Frau bewegt sich, so wie auch ihre Katze, im Zimmer und begegnet sich scheinbar immer wieder selbst. Es gibt kein Vorher oder Nachher, sondern nur den einen Moment. Das ist schön und zugleich auch witzig anzuschauen. Man beobachte die Katze! Die Ohren bekommen coolen Klangsound, der im Untergrund ganz besonders zur Wirkung kommt. Dazu gibt es noch recht theoretische Überlegungen zur Quantenphysik und zum Zeitmodell der Unschärferelation. Anschauen und Anhören lohnt sich.

Veronika Veit im MaximiliansForum
„The very Moment“ – Videoinstallation von Veronika Veit

Gegenüber schaut man auf ein Projekt der TU München: C9 layer_department of architecture_TUM. Erster Sinneseindruck kommt von der Nase: es riecht nach Erde und nach Champignons. Erst nach und nach erschließt sich, dass der Glaskasten vor einem tatsächlich voller Erde ist und aus der Erde vereinzelt Pilze wachsen. Das alles wirkt im ganzen Kunstzirkus wunderbar erdig und geerdet. Ein pilziges, landschaftsplanerisches Experiment der Fakultät für Architektur der TU München.

MaximiliansForum zeigt: layer_department of architecture_TUM
Da wächst der Pilz! Projekt layer_department of architecture_TUM

Hier rennt die Zeit zum Anschauen davon – das Projekt endet nächsten Dienstag, dem 7. Juli 2015. Es gibt ab 19 Uhr die Abschlussveranstaltung mit Pilzverkostung!

Also noch schnell hin, bevor die Pilze verspeist sind.

 

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