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Radikal Jung, radikal busy – von Festival zu Festival in München

März 19, 2015 — by Juli Tributs0

Anlässlich der sich einstellenden Vorfreude auf Radikal Jung – Das Festival junger Regisseure – welches seit 2011 jedes Jahr zur selben Zeit am Volkstheater stattfindet, stelle ich fest, dass mein Leben vom Kulturkalender meiner Stadt München gesteuert wird. Ich bin fremdbestimmt und folge dem Rhythmus der Stadt. Und das unendlich gerne.
Beginnen wir im April: Radikal Jung steht unmittelbar bevor (vom 18. bis 25.April 2015). Das bedeutet eine Woche lang jeden Abend nach der Arbeit ins Volkstheater eilen. Es gibt Theater junger Theatermacher aus ganz Europa, seit zwei Jahren sogar darüber hinaus. Ich bekomme Theater der Welt präsentiert und bewege mich dafür gerade mal mit dem Rad in die Brienner Straße! Dort treffe ich jedes Jahr dieselben Leute, alle Fans des Festivals, manche kenne ich nur vom Sehen, andere kenne ich persönlich. Wir stehen im – mal schon mehr, mal weniger – grünen Innenhof des Theaters rum, beziehen das ein oder andere Glas Wein aus der Volksküche (oder wie immer das Lokal am Volkstheater gerade firmiert…), schauen, quatschen und fühlen uns pudelwohl. Mal ist es nachts im April schon schön warm. Und mal nicht. Dann hüpft man draußen herum, auf und ab, um beim Passivrauchen den ein oder anderen Gedankenblitz zu erhaschen. Ach wie schön es doch in München ist.
Und das Jahr schreitet weiter. Als nächstes steht das Münchner DOK.fest im Mai an (Internationales Dokumentarfilmfestival München vom 7. bis 17. Mai 2015). Nun sind es die einschlägigen Kinos, in die ich rolle. Und wieder öffnet München die Tore zur Welt. Manche Filme kenne ich dann schon von der Berlinale, die ja – ebenfalls stets zur selben Zeit – vorher im Februar stattfindet (das gehört aber nicht auf diese, meiner Stadt München gewidmete, Seite!). Aber das ist ja nur gut, denn das lässt mir mehr Zeit für die noch unbekannten Filme.
Kaum ist das DOK.fest vorbei, muss das Programm des Filmfests München (25. Juni bis 4. Juli 2015) mit dem Kalender und den Freunden abgestimmt werden. Dieses ist weniger unabhängig und weniger bunt, dafür kommt Hollywood ab und an auf dem roten Teppich vorbei. Nur gut, dass sich das Filmschoolfest München (das Internationale Filmfest der Filmhochschulen) wieder von der Idee, im Sommer an das Filmfest München anzudocken, verabschiedet hat und heuer im schönen grauen Herbst (15.-21.November 2015) stattfindet. Ein wunderbares Festival, das Einblicke gibt in das Filmschaffen der Absolventen und vor Kreativität nur so strotzt. Ich kann es nur wärmstens empfehlen uns sagen: auch das Schauen hält radikal jung.
Bleibt zwischendrin, in den wenigen Sommermonaten, die explosive Vorfreude auf den Beginn der neuen Spielzeit der Münchner Theater, überwiegend im Oktober eines jeden Jahres. In den Wochen, in denen Theaterpause ist, kann man endlich mal einfach faul in einem der immergrünen Biergärten hocken oder einfach nur die Seele in einem der Freibäder der SWM baumeln lassen. Dann gibt es noch die vielen Galerien, Museen, freien Theater, Konzerte.… Aber wie schön ist es doch, wenn mein Kalender nicht vorbestimmt voll sondern einfach erst mal leer ist. Und wie schön, wenn er mich dann wieder kaum durchschnaufen lässt.

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