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Shabbyshabby Apartments in München

April 14, 2015 — by Juli Tributs0

Vote for your favorite shabbyshabby apartment at http://creative.arte.tv/de/labor/shabby-shabby-apartments !!! Noch bis zum 19.4.2015 !!!

Tolle Idee! Danke Matthias Lilienthal. Kaum in München angekommen, ist er mit dem großen Problem der Stadt konfrontiert: Schäbige Buden für sauviel Asche, und dann sind sie auch noch knapp.  Dies ändert sich für kurze Zeit, wenn man auf Dusche, Toilette und den eigenen Kram verzichten kann: Wir können ab September 2015, der neuen Spielzeit der Münchner Kammerspiele, shabbyshabby Apartments mieten. Statt ins Theater zu gehen, können wir für schlappe 35 Mäuse Teil unserer eigenen Wohn-Inszenierung sein – shabby Wohnen im Stadtgebiet. Die Buden sind in der ganzen Stadt verteilt. Sage und schreibe 258 Entwürfe wurden eingesendet. Die von der Jury unter der Regie von Traumlabor auserkorenen sehr hübschen Entwürfe sind zu sehen unter: http://raumlabor.net/shabbyshabby-apartments/

Das Volk durfte auch wählen (und darf dies noch bis 19.4.): Meine Lieblinge sind das Wohnklettergerüst am Isartor und der muschelartige Pavillon der sich auf der Tiefgarageneinfahrt am Max-Joseph-Platz kringelt. Das wird lustig, da will ich wohnen.

Wieviel Raum es in der Stadt noch gibt für kleine sehr schräge Wohnobjekte! Von den Jury-prämierten Buden gefällt mir „Yello Submarin“ sehrrrr … Schlafen in einer gelben Badewanne, die auf Pfählen im Eisbach steht, was will man mehr!!!

Also, Münchner, auf zum Wählen und dann zum Wohnen!

Und weil wir gerade von Häusern sprechen. Es gibt Neues von Erwin Wurm, auch er hat eine Vision: „I am still a house?“ fragt er… Was dabei herauskommt ist jetzt in Wuppertal im Skulpturenpark zu sehen. Herrlich!

 

Theater News

Schnell noch in „Unser Dorf soll schöner werden“ zu „Wunderbaum“ in die Münchner Kammerspiele

März 11, 2015 — by Juli Tributs1

Unser Dorf soll schöner werden“ läuft nur noch bis 14. März 2015 im Werkraum der Münchner Kammerspiele!!! Dann entschwinden die Wunderbäume wieder nach Hause. Zu Hause ist in Holland. Von da holte sie Johan Simons am Ende seiner Intendanz und… ließ sie mal machen. Herausgekommen sind selbst geschriebene und selbst gespielte „Acts“ (Wunderbaum=Walter Bart, Maartje Remmers, Marleen Scholten werden dabei verstärkt durch die Schauspieler Stefan Hunstein und Steven Scharf aus dem Ensemble der Kammerspiele).

In diesen Acts werden von Wunderbaum reale Diskussionsbeiträge diverser in unserer Gesellschaft auftretender Typen zu aktuellen gesellschaftlich relevanten Themen, insbesondere zu Umwelt und Nachhaltigkeit, verwertet. Es treten auf: eine transformierte Managerin, ein BMW-Designer, der auch Kunst mag, (Umwelt)aktivisten, eine Klimaexpertin („pessimistisch seit ihrer Geburt“). Man wartet auf Naomi Klein, die dem BMW Designer wie eine Wassermelone scheint, innen rot und außen grün. Es geht um Kapitalismuskritik genauso wie um Ökoaktivismuskritik, um neoliberale Ideen im Zeitalter von Klimawandel, um Geschlechterrollen und Rollenklischees, um Selbstverliebtheit und Egozentrik von Managern, um den BMW i3 und den Trommelsound von Phil Collins. Es gibt keine Guten und keine Bösen, alle werden ironisch demontiert. Naomi Klein, real existierende Umweltaktivistin, hier dargestellt von Walter, endet nach wenigen Sekunden Diskussion im verbalen und physischen Nahkampf gegen den BMW-Designer Walter am Boden.  Soviel zum Thema Toleranz und Diskussionskultur.

Ich mochte den Abend sehr, fand die erste Stunde großartig, war in der zweiten Stunde etwas verloren und habe nicht mehr jeden Zusammenhang zwischen den „Acts“ verstanden. Aber machte nix, war trotzdem irgendwie unterhaltsam. Dies vor allem durch die wunderbaren Schauspieler, die alle wahnsinnig gut spielen. Am Ende verkauft Walter  im Foyer das aktuell erschienene Buch von Naomi Klein („Die Entscheidung. Kapitalismus versus Klima“)  in drei Sprachen, die deutsche Ausgabe ist die teuerste. Fast die schönste Idee des Abends als krönender Abschluss.

Daher schnell noch in die Kammerspiele gehen und den Wunderbäumen zuschauen bei ihrem irren Spiel.

Theater News

Erste Begegnungen mit Matthias Lilienthal, dem neuen Intendanten der Münchner Kammerspiele

März 7, 2015 — by Juli Tributs0

Seit kurzem stelle ich bei mir einen gewissen Lilienthal-Hype fest. Ich liebe die Münchner Kammerspiele. Habe dort seit meinem Umzug nach München 1995 fast alle Vorstellungen gesehen, die letzten zwanzig Jahre waren ja wahrlich das Intendantenparadies. Was für ein Glück, die Ära Dieter Dorn – Frank Baumbauer – Johan Simons – mit so vielen und so tollen Inszenierungen, immer wieder mal neuen und immer fabelhaften Schauspielern mitzuerleben. Und jetzt? Kommt etwas Neues.

Da ich das Neue nicht kenne, bin ich zunächst etwas besorgt und, auch wenn ich das nicht gerne zugebe, ein kleines bisschen voreingenommen. Und jetzt?

Jetzt begegne ich dem Neumünchner aus Berlin ständig, ganz zufällig natürlich. Das gefällt mir. Er kennt mich nicht, ich erkenne aber ihn und freue mich irgendwie ihn zu sehen. Weil er so anders ist. Mein erster Eindruck: Er tut München gut. Er ist schon optisch schräg (und meist auch etwas grell, was aber auch an seinen quietschorangen und quietschgelben T-Shirts liegt). Er ist anders und er strahlt etwas Kraftvolles aus – Energie, Offenheit und Unmittelbarkeit.

Es gefällt mir auch, dass endlich mal ein Kreativer nicht von München nach Berlin zieht, sondern von Berlin nach München.

Also kreuzen sich nun unsere Wege im Dorf München. An dem Mittwoch, als Susanne Hermannski mir in der Süddeutschen Zeitung im Lokalteil für München ausführlich über Shabbyshabby Apartments, das erste Kunstprojekt der Münchner Kammerspiele unter der Intendanz von Matthias Lilienthal, erzählt, sitze ich abends mit Freunden im Fraunhofer. Plötzlich schlappt Matthias Lilienthal rein, oranges T-Shirt, schlurfige Jeans, wilde Frisur. Wir versuchen, ihn nicht allzuseher zu beachten, ich schiele trotzdem immer mal wieder hin. Keiner meiner Freunde am Tisch glaubt mir, dass er der neue Intendant der Kammerspiele ist. Nur mit Mühe kann ich meine Freundin aus New York abhalten, gleich mal hinzugehen, ihm das Foto aus der SZ unter die Nase zu halten und zu fragen, ob er das nun ist oder nicht. Jedenfalls unterhalten wir uns alle am Tisch plötzlich über Wohnen im Container auf der Maximilianstraße und darüber, ob wir uns trauen würden, zu Wempe auf Toilette zu gehen. Und wie es sich sonst so auf der Straße im Container lebt, ist ja nur für einen Tag. Shabbyshabby Apartments heißt: Es werden 22 Wohngebäude im öffentlichen Raum Münchens entstehen. Im Moment läuft dafür der Design-to-build-Wettbewerb. Und dann darf man wohl ab Mitte Oktober für eine Nacht im shabby Apartment wohnen.

Tolle Idee, sich auf diese Weise in München künstlerisch mit Wohnungsknappheit und zu hohen Mietpreisen, die sich keiner mehr leisten kann, auseinanderzusetzen. Auch wenn man dies als Münchner nicht mehr hören und lesen kann… Dennoch, es ist trotzdem gut, wenn Kunst weiter auf die Misere aufmerksam macht. Vielleicht erreicht es ja doch den ein oder anderen Vermieter.

Und irgendwie verschmelzen hier ja auch wirklich private Themen mit öffentlichen Themen. Theater wird zum Leben und Leben zum Theater. Und wieder eine Begegnung mit ihm. „Hallo ich heiße … und wohne bald in München… bin Berliner Altbauten gewohnt… und suche…“ lese ich eines Tages im privat organisierten E-Mail-Verteiler „Budenschleuder“, in dem ein Matthias Lilienthal nach einer Wohnung in München gesucht hat. Ich suche dort auch, für einen spanischen Freund. Die Suche ist lang und frustrierend. So auch für ihn, wie mir später Gabriela Herpell im SZ Magazin berichtet hat.

Und so geht es weiter mit mir und Herrn Lilienthal, er steht nämlich auch mal gerne auf der Straße rum, auf der ich auch laufe, und und und … Jedenfalls führen diese zufälligen Begegnungen zusammen mit den Artikeln in der SZ, die dann meine persönliche Wahrnehmung spiegeln, zu diesem gewissen Hype, den ich bei mir diagnostiziere. Und klar, nichts erlaubt mir im Moment eine fundierte Einschätzung, da ich weder den Menschen Matthias Lilienthal noch seine Arbeit kenne. Was aber erlaubt ist, sind Vorfreude und Spannung. Also freue ich mich auf den Beginn der neuen Spielzeit im Oktober 2015 unter Matthias Lilienthals Intendanz. Bis dahin schaue ich mir noch alle laufenden Inszenierungen der Kammerspiele an. Und dann geht es nach kurzer Sommerpause auf zu Shabbyshabby Apartments.

Intro Kulturphorie

What makes Juli happy?

Februar 18, 2015 — by Juli Tributs0

Raus aus dem Haus! Und rein in das Kulturleben von München.

Wer mir dabei folgt, erlebt Theater, Kino, Kunst und alles was mit Kultur und den schönen Dingen des Lebens zu tun hat. Denn das ist es, was mich glücklich macht. Und davon sollen andere auch etwas haben.

Auf meinem Blog findet Ihr meine Empfehlungen für aktuelle Inszenierungen der Münchner Kammerspiele, des Bayerischen Staatsschauspiels mit dem Residenztheater, dem Marstall und dem Cuvilliéstheater, ebenso wie für sehenswerte Ausstellungen im Haus der Kunst, im Kunstbau oder anderen Münchner Museen. Wenn mir ein Kinofilm besonders gut gefällt, dann erfahrt Ihr es hier. Wenn mir sonst etwas begegnet, was Freude macht, ich erzähle es Euch.

Also Vorhang auf und los.

Eure Juli Tributs