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Theater News

Aus dem Sommerloch grüßt der neue Intendant der Kammerspiele und läutet seine erste Spielzeit ein

August 23, 2015 — by Juli Tributs0

Der Sommer hält Juli immer noch gefangen in seinem Loch. Aber das Ende des Sommerlochs naht!!! Es trudeln erste Einladungen zu Ausstellungseröffnungen für den September ein… Die Theater, allen voran die Kammerspiele und das Residenztheater, veröffentlichen ihre Spielpläne für die neue Spielzeit. Und, vor allem davon soll dieser Blog handeln: Auf der Webseite der Kammerspiele begrüßt uns Matthias Lilienthal, der neue Intendant der Kammer.

Er stellt sein Programm für die kommende Spielzeit und seine konzeptionelle Neuausrichtung für die Kammerspiele vor. Das Lesen hat mir gute Laune gemacht (auch wenn einige Zweifel bleiben, denn eigentlich möchte ich kein Off-Theater an der Kammer sehen :-)). Aber meine Grundeinstellung ist positiv. Ich freue mich auf Theater und es mir fehlt mir im August.

Motiviert durch sein Verständnis der Kammerspiele als Stadttheater, das er als „ein Gegenüber“ der Stadt und der in ihr lebenden Menschen begreift, möchte Lilienthal dieses weiter für die Menschen öffnen. Das ist konsequent, denn München hat sich in den letzten Jahren verändert. Die Stadt ist viel internationaler als noch vor wenigen Jahren. Nicht nur wegen der vielen Flüchtlinge (die er auch anspricht, was aber wohl eher als Haltung zu verstehen ist), sondern auch weil München als Wirtschafts- und Universitätsstandort Menschen aus der ganzen Welt zum Arbeiten und Studieren anzieht. Es ist auch mein Eindruck, dass junge und ausländische Bewohner der Stadt derzeit von der Theaterlandschaft vielleicht nicht ausgeschlossen, aber jedenfalls nicht von ihr angezogen werden. Das Verständnis von Theater, das einer kleineren gebildeten und wohlhabenderen (und dadurch naturgemäß älteren) Gemeinschaft vorbehalten ist, soll und darf sich ändern.

Daher öffnet er sein Theater für die nicht deutschen Bewohner der Stadt und spielt in so vielen Inszenierungen wie möglich englische Obertitel ein.

Er verjüngt die Kammer, in dem er viele junge Schauspieler und Regisseure holt und Off-Theater Projekte realisiert. Und er möchte ein jüngeres Publikum anziehen. Sehr lobenswert, das war auch die meinen Blog inspirierende Idee :-) Dafür bietet er für Studenten ein Jahresticket für 80 Euro, das sie zum Besuch aller Vorstellungen (außer Konzerten) berechtigt. Was für eine geile Aktion. Ich wünschte, ich wäre Student.

Er setzt aber auch die Internationalisierung des Theaters selbst, von Johan Simons begonnen, weiter fort und öffnet es für Schauspieler, Regisseure und Projekte aus dem Ausland.  Aus Paris kommt der Regisseur Philippe Quesne und aus Tokio der Autor und Regisseur Toshiki Okada. Er holt Rabih Mroué aus Beirut (gleich mit der 2. Premiere Ode to Joy am 10.10.). Namen dir mir noch nichts sagen, aber ich bin gespannt. Und google auch gleich noch mal alle.

Bevor es am 9.10. mit Shakespeare losgeht („Der Kaufmann von Venedig“ in einer Inszenierung von Nicolas Stemann) startet am 12.9. die Aktion Shabby shabby apartments. Morgen geht der Vorverkauf für die lustigen kleinen Buden im Stadtgebiet los. Ich geb mein Bestes, um am Telefon durchzukommen und ein Ticket für eine Übernachtung zu ergattern (http://raumlabor.net/shabbyshabby-apartments/). Und Matthias Lilienthal macht derweil Hausbesuche bei Abonnenten. Einzige Voraussetzung; Man muss 10 Freunde in seinem Wohnzimmer versammeln? Schaffen wir das?

Ich muss ansonsten hier nicht weiter wiederholen, was noch es künftig geben wird. Ich freue mich auf die Bühnenversion von „Mittelreich“, dem Roman von Josef Bierbichler über seine Familie in Ambach.  Gespannt bin ich auf die Inszenierung von Rimini Protokoll mit dem Namen Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1& 2. und auf vieles vieles mehr. Lest es selber nach:  http://www.muenchner-kammerspiele.de

Also, Kammer 1, Kammer 2, Kammer 3 (so heißen ab jetzt die Spielstätten Großes Haus, Werkraum, Spielhalle) – wir kommen!

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Shabbyshabby Apartments in München

April 14, 2015 — by Juli Tributs0

Vote for your favorite shabbyshabby apartment at http://creative.arte.tv/de/labor/shabby-shabby-apartments !!! Noch bis zum 19.4.2015 !!!

Tolle Idee! Danke Matthias Lilienthal. Kaum in München angekommen, ist er mit dem großen Problem der Stadt konfrontiert: Schäbige Buden für sauviel Asche, und dann sind sie auch noch knapp.  Dies ändert sich für kurze Zeit, wenn man auf Dusche, Toilette und den eigenen Kram verzichten kann: Wir können ab September 2015, der neuen Spielzeit der Münchner Kammerspiele, shabbyshabby Apartments mieten. Statt ins Theater zu gehen, können wir für schlappe 35 Mäuse Teil unserer eigenen Wohn-Inszenierung sein – shabby Wohnen im Stadtgebiet. Die Buden sind in der ganzen Stadt verteilt. Sage und schreibe 258 Entwürfe wurden eingesendet. Die von der Jury unter der Regie von Traumlabor auserkorenen sehr hübschen Entwürfe sind zu sehen unter: http://raumlabor.net/shabbyshabby-apartments/

Das Volk durfte auch wählen (und darf dies noch bis 19.4.): Meine Lieblinge sind das Wohnklettergerüst am Isartor und der muschelartige Pavillon der sich auf der Tiefgarageneinfahrt am Max-Joseph-Platz kringelt. Das wird lustig, da will ich wohnen.

Wieviel Raum es in der Stadt noch gibt für kleine sehr schräge Wohnobjekte! Von den Jury-prämierten Buden gefällt mir „Yello Submarin“ sehrrrr … Schlafen in einer gelben Badewanne, die auf Pfählen im Eisbach steht, was will man mehr!!!

Also, Münchner, auf zum Wählen und dann zum Wohnen!

Und weil wir gerade von Häusern sprechen. Es gibt Neues von Erwin Wurm, auch er hat eine Vision: „I am still a house?“ fragt er… Was dabei herauskommt ist jetzt in Wuppertal im Skulpturenpark zu sehen. Herrlich!